ZITAT(asdf @ 1. May 2008, 22:07)

DZ & Begleitung: Wie hat Euch der Streifen gefallen?
Es ist schon unglaublich! Nirgends in Zürich kann man in den Ausgang, ohne dass man gleich erkannt wird.
In einem Wort:
Bewegend!
In mehreren Worten:
Ich ging eigentlich ohne grosse Erwartungen ins Kino - obwohl ich natürlich viel darüber gelesen hatte und mich die Musik von Joy Division schon seit langem fasziniert. Mich hat der Film schlichtweg überwältigt. Vieles war mir aus der Geschichte von Ian Curtis schon bekannt, aber es gab auch neue, interessante Details zu entdecken. Hauptdarsteller Sam Riley ist wirklich eine Top-Wahl. Man vergisst irgendwie zeitweise sogar, dass hier nicht der leibhaftige Ian zu sehen ist. Auch seine Bandmember - vor allem der Gitarrist und spätere New-Order-Frontmann Bernard Sumner - wurden hervorragend gespielt. Auch die beiden Mädels haben überzeugt. Alexandra Maria Lara, die auch im richtigen Leben mit Sam Riley ein Paar bildet, ist einfach hinreissend.

Witzig auch der Kurzauftritt von Herbert Grönemeyer als leicht versiffter Arzt. Und als Ian nach der Geburt seines Kindes vor die Spitaltüre geht, um eine zu rauchen, musste ich zwingend an «Smokers outside the hospital doors» von den Editors denken. Auch die Auswahl der Songs war exzellent - sowohl die von Joy Division als auch kurze Schnipsel von Kraftwerk, Bowie etc.
Es ist lange her, dass mich ein Film so berührt und auch ein wenig mitgenommen hat. Meiner Meinung nach MUSS der Film in diesen "dreckigen" Schwarzweiss-Tönen gedreht sein. Denn nur so kommt seine Tristheit - angefangen von den Working-Class-Quartieren über die trostlosen Backstage-Räume, die düsteren Underground-Clubs bis hin zu Ian Curtis' zunehmender Depression - wirklich optimal zur Geltung. Der korrekte, wenn auch abgedroschene Ausdruck dafür nennt sich wohl «authentisch».

Der Film ist wirklich sehr zu empfehlen und zeigt einmal mehr, wie Joy Division die alternative Musikwelt geprägt haben und auch weiterhin prägen werden...
Meine werte Begleitung war auch schwer beeindruckt und nach eigenen Angaben «völlig durre» nach dem Film.

Aber vielleicht schreibt sie ja am besten noch selber etwas hier rein...