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von philia
am Do 04.03.10
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quLängere Zeit ist es ruhiger um DIORAMA gewesen. Anscheinend ist der Band der Rückzug in den kreativen Kokon gut bekommen. Denn bereits bei der Single-Auskopplung "Child of Entertainment" spürte man die vertraute Bissigkeit. Ein weiteres Mal beweisen die Reutlinger, dass gute Musik und intelligente Texte Hand in Hand gehen können.

Es ist schon erstaunlich: Der Mensch im allgemeinen wird bereits ab seiner Geburt in ein Verhaltens-Korsett gepresst. Wir wollen anerkannt und geliebt oder wenigstens akzeptiert werden. Denn nur wer "in" ist und nach Erfolg duftet, hat die (vorgegaukelte) Chance auf den Status des Rudelführers. Irgendwann glauben wir so fest an unser eigenes imaginäres Kartenhaus, dass wir die Wände nicht mehr einreissen können. Unbewusst übernehmen wir von Kindesbeinen an die Stereotype, die Normen unserer Umwelt. Was auch praktisch scheint und schön und gut, bis man beginnt zu hinterfragen und an seinen sichtbaren oder verborgenen Grenzen kratzt. Bis man sich traut, verletzlich sein zu dürfen und fehlbar.

An diesem Punkt nun holt uns "Cube" mental ab. Vorhang auf für die neue Reise in die Gedankenwelt von Diorama.
In dreizehn Liedern beleuchten Torben Wendt und Co. verschiedene Formen der realen oder gefühlten Einschränkung. Von Abhängigkeit und Eigeninszenierung bis hin zu Selbstbetrug oder sogar Selbstaufgabe. Gesellschaftliche Verhaltensmuster werden analysiert und bis ins Kleinste seziert.
Beim "alpha animal complex" zum Beispiel hinterfragen DIORAMA die Idealisierung eines vermeintlichen "Leaders". "stereotype" thematisiert das Verlangen nach Erfolg und den vermeintlichen fünfzehn Minuten Ruhm um jeden Preis. Nicht zufällig gewählt scheint die Singelauskopplung vom Opener "child of entertainment". Immerhin handelt es sich hier um einen verbalen Seelenstrip. Torben Wendt singt ausdrucksvoll von Liebe, Pflicht und auch gleichzeitig Abscheu vor der eigenen Kunstfigur. Und spricht damit wohl manchem seiner Musikerkollegen aus der Seele.
Musikalisch schicken DIORAMA mit Cubed wieder mal ein Sahneschnittchen an den Start. Hier wechseln veritable Tanzflächenfüller wie "Ignite" ab mit introvertierteren Liedern wie "Lord Of The Lies". Torben Wendts Stimme passt sich der jeweiligen Grundstimmung perfekt an, er setzt sie als zusätzliches Instrument ein.

"Cubed" legt offen und hinterfragt gleichzeitig. Legt den Finger auf die Wunde. Selten war Offenheit so tanzbar. Eine Psychiatrische Sitzung mit musikalischer Untermalung. Und das ganze zum unschlagbaren Preis einer CD. Greift zu, solange der Vorrat reicht. Das Album erscheint bei Accession Records am 19. März in zwei Versionen. Beide Varianten bestechen durch ihr Artwork; die limitierte "Black Edition" ist zusätzlich mit einer Bonus-CD ausgestattet.

www.diorama-music.com



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